Strafbefehlsverfahren
Summarisches Verfahren zur schnellen Erledigung minder schwerer Kriminalität. Entscheidung nach Aktenlage, schriftlich, nicht öffentlich, ohne Schöffen. Kein Strafbefehl gegen Jugendliche (§ 79 I JGG); gegen Heranwachsende nur bei Erwachsenenstrafrecht, ohne Freiheitsstrafe (§ 109 III JGG). Zulässig nur bei Vergehen vor dem Strafrichter (§ 12 II StGB, § 407 I 1 Alt. 1 StPO) und mit den in § 407 II StPO genannten Rechtsfolgen.
Ablauf: StA stellt Antrag bei hinreichendem Tatverdacht (§ 170 I StPO), Antrag muss inhaltlich Strafbefehl entsprechen (§ 409 I StPO). Richter: Erlass, Ablehnung (§ 408 II StPO) oder Hauptverhandlung (§ 408 III StPO). Ohne Einspruch → Rechtskraft (§ 410 III StPO), Wiederaufnahme erleichtert (§ 373a I StPO).
Einspruch: Innerhalb 2 Wochen (§ 410 I 1 StPO), verspätet/unzulässig → Verwerfung (§ 411 I 1 StPO). Bei rechtzeitigem Einspruch → Hauptverhandlung (§ 411 I 2 StPO), Strafbefehl ersetzt Eröffnungsbeschluss, Beweisanträge/Unmittelbarkeit eingeschränkt (§§ 411 II 2, 420 StPO). Kein Verbot der reformatio in peius. Einspruchsrücknahme bis Urteilsverkündung (§ 411 III StPO), nach Beginn nur mit Zustimmung der StA
